Beim folgenden Text handelt es sich um den englischen Reitstil.

Wie funktioniert was, wann muss man welche Hilfen/Paraden anwenden. Folgendes kann niemandem Reiten beibringen, aber es kann helfen, wenn mal etwas nicht so ganz klar ist.

Hilfen:

Es gibt die Schenkelhilfen, die Gewichtshilfen und die Zügelhilfen und nur, wenn alle Hilfen zusammen und korrekt angewendet werden, erreicht mal die Losgelassenheit und das "Am Zügel gehen" des Pferdes. Man sagt auch, das Pferd "steht an den Hilfen"

Die Schenkelhilfen: Es gibt die treibenden Schenkelhilfen und die verwahrenden Schenkelhilfen. Der treibende Schenkel wird direkt am Gurt eingesetzt und wirkt wie der Name schon sagt, treibend. Man kann einseitig oder auch beidseitig treiben, das hängt ganz von der jeweiligen Gangart ab. Der verwahrende Schenkel liegt eine Handbrei hinter dem Gurt und kann ebenfalls ein - oder beidseitig angewendet werden.

Die Gewichtshilfen: Du kannst mit Gewichtsverlagerung auf nur einen Gesäßknochen dem Pferd helfen und damit sagen, in welche Richtung es gehen soll. Du kannst dich ganz schwer machen und dem Pferd damit sagen, dass es langsamer werden soll. Du kannst in die Bewegung einschwingen und das Pferd also "anschieben", damit veranlasst du es schneller zu gehen. Und du kannst den Satten entlasten und mit Hilfe der Schenkel und Gewichtshilfen das Pferd dazu veranlassen Rückwärts zu treten.

Die Zügelhilfen: Die Zügelhilfen sollten nie Priorität haben. Wenn du mal eine Hilfe weglässt, dann die Zügelhilfen und nicht die Schenkel - oder Gewichtshilfen. Man kann ein Pferd auch nicht wenden, indem man es am inneren Zügel herumzieht! Zügelhilfen dienen in erster Linie dazu, Kontrolle über das Pferd zu behalten, man hält mit den Zügeln einen ständigen Kontakt zum Pferdemaul, allerdings muss man in der Bewegung mitgehen. Eine sogenannte "weiche Hand" behält stehts den Kontakt aufrecht und gibt trotzdem mit der Hand nach und nimmt sie wieder an. Außerdem wirkt der äußere Zügel in einer Wendung begrenzend, wie auch der äußere Schenkel.

Paraden:

Man unterscheidet die halben und die ganzen Paraden.

Halbe Paraden sind ein ständiges "Sprechen" mit dem Pferd durch das Zusammen - und Ineinanderwirken aller Hilfen, durch die wir es beschäftigen und aufmerksam halten. Dabei haben immer die treibenden Hilfen Vorrang, dazu erfolgt ein leichtes Vibrieren mit dem äußeren Zügel.

Eine ganze Parade fürt egal aus welcher Gangart immer zum Halten. Eine ganze Parade setzt sich aus so vielen halben Paraden zusammen wie notwendig, um das Pferd zum Stillstand zu führen. In der Praxis nimmt man beide Zügel leicht an, lässt wieder locker, nimmt an, lässt locker u.s.w. 

Die richtige Steigbügellänge:

Die Steigbügellänge entspricht ungefär der Länge deines Armes, allerdings kann man die wirklich richtige Länge erst feststellen, wenn man auf dem Pferd sitzt. Lass deine Beine locker hängen, der Steigbügel sollte an deinen Fußknöcheln enden.

Reitest du ins Gelände, verkürzt du die Steibügel um 2-4 Löcher.

Richtig aufsitzen

Also, zuallererst solltest du nachgurten, sonst kann es passieren, dass dir der Sattel entgegenkommt. Wenn du noch nicht nachgurtest, sollte jemand von der anderen Seite des Pferdes dagegenhalten.

Du stellst dich auf die linke Seite des Pferdes mit dem Blick zur Kruppe (Hintern des Pferdes), mit der linken Hand nimmst du beide Zügel in die Hand und stellst leichten Kontakt zum Pferdemaul her. Jetzt hälst du dich mit der linken Hand am Vorderzwiesel (Vorderes Ende des Sattels) fest. das linke Bein stellst du in den Steigbügel. Dann stößt du dich mit dem rechten Bein kräftig von Boden ab. Versuche nicht, dich nur am Sattel hochzuziehen! Schwinge dein rechtes Bein über die Kruppe (ohne diese dabei zu streifen) und gleite sanft in den Sattel. Vermeide es, dem Pferd in den Rücken zu plumsen. Jetzt nimmst du nur noch den rechten Steigbügel auf.

Anreiten:

Gewichtshilfen: Das Pferd in die Bewegung "hineinschieben".

Schenkelhilfen: Beiseitig einen kurzen Impuls am Gurt geben. Je nachdem wie das Pferd gelernt hat, wird es loslaufen, wenn du Druck gibst oder wenn du wieder locker lässt.

Zügelhilfen: Nachgebende Zügelhand, die die Vorwärsbewegung ermöglicht. der Kontakt zum Pferdemaul bleibt trotzdem erhalten.

Schrittreiten:

Gewichtshilfen: Mit der Bewegung mitgehen, ohne dabei zu "Schieben".

Schenkelhilfen: Wechselseitig, also Druck rechts, Druck links usw, geben.

Zügelhilfen: Nachgebende - und annehmende Zügelhand, die das Kopfnicken ermöglicht.

Antraben:

Gewichtshilfen: Wie beim Anreiten, das Pferd in den Trab "hineinschieben".

Schenkelhilfen: Beidseitiger Impuls am Gurt.

Zügelhilfen: Erst nachgebende Zügelhand um den Trab herauszulassen, dann allerdings Verkürzung der Zügel, weil das Pferd im Trab den Kopf höher trägt.

Traben:

Leichttraben: Bei jedem 2. Takt das Gesäß aus dem Sattel heben und sich dann sanft wieder setzen. Hierbei gilt: So hoch wie nötig aufstehen, so wenig wie möglich. Leichttraben ist für das Pferd eine Entlastung und für den Reiter angenehmer zu sitzen.

Aussitzen: Man bleibt sitzen und schwingt in die Bewegung ein. Man kann es mit einem nicht steifen "Kleben" am Sattel vergleichen.

Gewichtshilfen: Beim Leichtraben so gut wie gar keine. Beim Aussitzen in die Bewegung einschwingen.

Schenkelhilfen: Beiseitiger Druck am Gurt im gleichmäßigen Rythmus. Beim Leichttraben gibt man den Druck, wenn man sich hinsetzt.

Zügelhilfen: Die weiche Hand folgt der Bewegung des Kopfes, also bei jedem Traschritt ein leichtes Nachgeben und wieder Annehmen der Hände. Nimmt man die Zügel etwas mehr, als es die Bewegung des Kopfes zulässt, an, so versammelt (die Schritte verkürzen) man das Pferd.

Angaloppieren:

Gewichtshilfen: Das Gewicht ruht auf dem inneren Gesäßknochen.

Schenkelhilfen: Der äußere Schenkel liegt verwarend eine Handbreit hinter dem Gurt und verhindert ein Ausfallen der Hinterhand. Der innere Schenkel gibt den Impuls zum Angaloppieren.

Zügelhilfen: Vor dem Angaloppieren gibt man eine halbe Parade um das Pferd vorzubereiten. Dann lässt man mit der nachgebenden Zügelhand den Galoppsprung heraus, ohne dabei jedoch den Kontakt zum Pferdemaul zu verlieren.

Galoppieren:

Gewichtshilfen: Man schwingt mit der Bewegung mit und plumst dem Pferd nicht in den Rücken. Es ist wie beim Aussitzen ein nicht steifes "Kleben" am Sattel.

Schenkelhilfen: Man treibt (fast) gleichzeitig. Der äußere Schenkel treibt eine Handbreit hinter dem Gurt, der innere am Gurt. Es wird bei jedem Galoppsprung getrieben, um die Bewegung aufrecht zu erhalten.

Zügelhilfen: Mit den Zügeln gibt man mit der Bewegung des Pferdekopfes nach und nimmt wieder an. Man treibt mit den Schenkelhilfen an die Zügel heran und diese fangen die Bewegung sanft ab. Nimmt man die Zügel stärker an, versammelt (verkürzen der Schritte) man das Pferd.

Wendungen reiten:

Gewichtshilfen: Man verlagert das Gewicht in die Richtung, in die man reiten möchte, ohne dabei mit der Hüfte einzuknicken.

Schenkelhilfen: Der äußere Schenkel liegt verwarend eine Handbreit hinter dem Gurt, der innere wird am Gurt an das Pferd gedrückt. Das Pferd biegt sich also um den inneren Schenkel.

Zügelhilfen: Bei einer Wendung ist der äußere Zügel viel wichtiger als der innere. Mit dem äußeren Zügel begrenzt man die Wendung, den inneren nimmt man leicht an, ohne dem Pferd dabei den Koopf herumzureißen. Man sollte den Rand der Nüstern innen schimmern sehen.

Seitwärtstreiben:

Gewichtshilfen: Man verlagert das Gewicht in die Richtung, in die man das Pferd treiben möchte. Die Richtung in die man das Pferd treibt, ist hier innen.

Schenkelhilfen: Der äußere Schenkel treibt am Gurt und "schiebt" das Pferd in die Richtung in die man es treiben möchte. Der innere Schenkel wirkt begrenzend und bestimmt, wie schnell (nicht die Vorwärtsbewegung), das Pferd in die gewünschte Richtung geht.

Zügelhilfen: Wie in der Wendung, wirkt der äußere Zügel begrenzend und der innere Zügel wird leicht angenommen.

Rückwärtsrichten:

Rückwärtsrichten wird immer aus dem Stand durchgeführt.

Gewichtshilfen: Eine deutliche Entlastung des Rückens und leichtes nach-vorne-Lehnen.

Schenkelhilfen: Beide Schenkel werden eine Handbreit hinter den Gurt gelegt und geben einen Impuls wie beim Anreiten.

Zügelhilfen: Die Zügel geben nicht, wie beim Anreiten nach, sonden behalten einen konstanten Kontakt zum Pferdemaul. Das Pferd tritt noch vorne gegen den Zügel und wird dadurch veranlasst zurückzutreten.

Vorhandwendung:

Eine Vorhandwendung ist wie eine normale Wendung, wird aber aus dem Stand durchgeführt. Eine solche Wendung sollte einen Winkel von 180° nicht überschreiten.

Gewichthilfen: Man verlagert das Gewicht nach innen, in die Richtung, in die man wenden möchte.

Schenkelhilfen: Der äußere Schenkel wird verwarend eine Handbreit hinter den Gurt gelegt. Der Innere wir an den Gurt gedrückt, das Pferd biegt sich also darum.

Zügelhilfen: Der äußere Zügel begrenzt und der innere wird leicht angenommen, sodass man gerade den Rand der Nüstern innen sehen kann. 

 

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