Die Geschichte des Pferdes – Domestikation:

Es gilt als sicher, dass die Domestikation des Pferdes in Eurasien vor etwa 5000 bis 6000 Jahren stattfand, also wegen Ende des Neolithikums. Bereits 6000 Jahre früher entwickelte sich vermutlich der Hund zum Haustier. Schafe und Rentiere wurden vor etwa 11 000 Jahren und Ziegen, Schweine und Rinder 2000 Jahre später gezähmt.
Der erste Kontakt zwischen Mensch und Pferd war der zwischen Jäger und Gejagtem. Man vermutet, dass die Menschen gegen Ende der Eiszeit die wilden Pferdeherden als Nahrungsquelle benutzten. Bevorzugte Jagdtechnik war es, eine Gruppe über eine Klippe zu treiben und abstürzen zu lassen; das hatte gegenüber der Verfolgung einzelne Tiere entscheidende Vorteile. Die Höhlenzeichnungen von Lascaux, Frankreich, und Santander, Spanien, stellen die Verfolgung der Herden lebendig dar und geben einen Einblick in das harte tägliche Leben zu der damaligen Zeit. In vielen Gegenden Frankreichs, besonders in der Gegend von Lascaux und Solutré, aber auch an anderen Orten, hat man riesige Haufen von Pferdeknochen gefunden - Überbleibsel der getöteten Herden.

Die ersten zahmen Herden:
Die ersten Herden wilder Pferde wurden vermutlich von Stämmen der normadisierten Aryan in den Steppen entlang des Kaspischen und des Schwarzen Meeres domestiziert. Für diese Annahme gibt es genügend Hinweise. Jedoch ist nicht auszuschließen, dass zum selben Zeitpunkt in anderen Gegenden Eurasiens mit dichten Pferdepopulationen ebenfalls eine Domestikation stattfand. Diese Nomaden begannen möglicherweise als Hirten halbwilder Schaf - und Ziegenherden und - wesentlich wichtiger - der fügsamen Rentiere. Pferde wurden dann aus praktischen Erwägungen mit einbezogen. In der kargen Steppe waren Pferde leichter als andere Tiere zu halten, weil sie leicht Nahrung fanden. Außerdem sind Pferde keine Wandertiere wie beispielsweise Rentiere. Also hielt man anfänglich die Pferde in Herden. Ihr Fleisch wurde verzehrt, ihre Felle wurden zum Zeltbau und als Kleidung verwendet, und der Dung wurde getrocknet und diente als Brennmaterial. Die Stuten lieferten Milch. Nach einer gewissen Zeit wurden die Stämme mobiler, weil sie die ruhigeren Tiere dazu abgerichtet hatten, ihre Habe zu tragen. Die natürliche Konsequenz für Männer und Frauen war dann, dass sie sich selbst auf die Pferde setzten, wodurch das hüten der Herden wesentlich leichter wurde. Bis in unsere Zeit werden Pferdeherden in den östlichen Republiken des russischen Reiches auf dieselbe Weise gehalten und sind für die Hirten des 20. Jahrhunderts ebenso Lebensinhalt und lebensnotwendig wie für ihre Vorfahren.

Reiten und Fahren:
Die Menschen ritten die Pferde in rauen bergigen Gegenden, obwohl diese Tiere sehr klein waren. Im flachen hügligen Land des Mittleren Ostens zeigte sich dann zum erstenmal in der Geschichte, dass die Pferde der Schlüssel zur Eroberung und zur Erhaltung großer Reiche waren. Dabei beschränkte sich ihre Rolle fast ausschließlich auf das Ziehen von Streitwagen. Zwei Pferde, wie klein sie auch waren, konnten einen leichten Streitwagen mit zwei oder sogar drei Mann Besatzung bewegen. Vier Pferde nebeneinander gespannt reduzierten die Anstrengung jedes einzelnen und erhöhten die Schnelligkeit.

Wertvolle Tiere:
Als sich die Landwirtschaft entwickelte, konnten die Pferde systematisch gefüttert werden. Dies führte - kombiniert mit selektiver Zucht - dazu, dass die Tiere größer, stärker und schneller wurden. Damit entsprachen sie besser den jeweiligen Anforderungen, die meistens das Kriegshandwerk und Transporter betrafen, aber auch sportliche Veranstaltungen in den großen Zirkusarenen der Antike in Griechenland und in Rom. Niemals wurden Pferde in den früheren Zivilisationen in der Leidenschaft oder zu irgendwelchen niedrigen Arbeiten herangezogen. Dazu war es zu wertvoll; für derartige Arbeiten benutzte man Ochsen. In vorchristlicher Zeit war das Pferd Gegenstand der Verehrung und nahm einen wichtigen Platz in der Mythologie und bei religiösen Ritualen ein - oft war es das vornehmste Opfer. Im alten Griechenland fuhr Ares, der Gott des Krieges, in einem von weißen Pferden gezogenen Streitwagen über das Firmament; das Zeichen de Göttin Demeter war der Kopf einer schwarzen Stute und ihre Priester wurden "Fohlen" genannt. Manchmal wurden Schimmel zu ihren Poseidons, dem Gott der Meere und Schöpfer der Pferde, ertränkt, und die Pferde der Könige und Häuptlinge wurden mit ihren Herren begraben. Der Gesetz von Pferden sicherte Mobilität; er machte es möglich, Kulturen aufzubauen und zu verbreiten und manchmal auf neue Gesellschaftsstrukturen und Lebensformen zu schaffen. Das geschah für kurzen Zeit bei den Indianern Nordamerikas. Bei ihnen entstand die letzte echte Pferdekultur der Welt, die sich jedoch vom Urbild der Pferdekultur, wie sie die Mongolen und Hunnen darstellten, stark unterschied. Auf dem Rücken ihrer zotteligen mongolischen Ponys hatten diese Pferdemänner aus den Steppe Asiens unter ihren größten Führer Dshingis Kahn, damals ein Weltreich erobert

 

 

Kostenlose Homepage erstellen bei Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!